Über uns
Getrübte Hornhaut
Tagtäglich kommen zahlreiche Menschen zu uns und erhoffen sich vor allem eins: wieder so sehen zu können wie früher und manchmal sogar überhaupt wieder sehen zu können. Ihre Hornhaut ist verkrümmt oder hat sich eingetrübt. Sei es durch Infektion mit Viren, Bakterien, Pilzen, Amöben, durch Verletzungen, Dystrophien oder Degeneration. Wir versuchen diesen Menschen soweit möglich mit konservativen Mitteln, wie Augentropfen, einer Brille oder Kontaktlinsen zu helfen. Doch es gibt Augenkrankheiten die sich so nicht beheben lassen. Ist die Hornhaut - oder Kornea, wie der medizinisch lateinische Begriff dafür ist - sehr stark beschädigt, hilft häufig nur noch eine Operation. Das rettende Verfahren ist dann eine Hornhauttransplantation. Die alte Hornhaut wird ausgetauscht gegen eine neue. Und die stammt von einem anderen Menschen, einem Spender.
Hornhaut-Transplantationen 1989-2005
Die Hornhauttransplantation war die allererste erfolgreiche Transplantation beim Menschen überhaupt. Sie wird heute weltweit häufiger durchgeführt als alle übrigen Organtransplantationen zusammen. An der Universitäts-Augenklinik Erlangen 250 bis 350 mal pro Jahr. Die korneale Erblindung rangiert weltweit auf Platz zwei nach dem Grauen Star.
Reversible Blindheit nennen die Mediziner die Trübung der Hornhaut. Denn sie ist heilbar. Tausenden von Menschen wurde allein in Erlangen das Augenlicht durch eine Operation zurückgegeben.
1905, also vor über 100 Jahren wurde die erste Hornhautverpflanzung am Menschen durchgeführt. Bis heute hatte sich an dem Prinzip dieser Operation nicht allzuviel verändert. Nach wie vor ist vielerorts ein metallisches Rundmesser das Instrument, mit dem die sogenannte Trepanation der gerade mal 0,5 mm dicken Hornhaut durchgeführt wird. Die trübe oder verformte Hornhaut des Patienten wird damit ebenso herausgeschnitten wie ein entsprechendes Spenderscheibchen aus dem Auge eines Verstorbenen.
Das Prinzip der Transplantation ist einfach, doch der Teufel steckt im Detail. Sind die verwendeten Messer auch sehr scharf geschliffen, kann es doch zu Verformungen am Transplantat und im Auge des Patienten kommen. Die Spenderhornhaut paßt also nicht exakt zum Auge des Patienten. Die neue Hornhaut muß sich "verkrümmt" an ihrem Platz zurechtfinden. Der Erfolg einer Hornhauttransplantation - der optimal mögliche Sehkraftanstieg - kann so deutlich geringer ausfallen.
Hornhaut-Schablone für Empfänger
In Erlangen wurde deshalb unter Leitung von Prof. Naumann ein Verfahren entwickelt, das eine Lösung bietet für dieses wesentliche Problem bei Hornhauttransplantationen. Seit 1989 wird das Verfahren in Erlangen an Patienten erfolgreich angewendet. Geschnitten wird hier ohne jeden direkten Hornhaut-Kontakt, mit einem punktförmigen Excimerlaserstrahl entlang einer Metallmaske. Spender-Hornhaut und Empfänger-Auge werden so optimal einander angepasst.
Hornhaut-Maske für Spender (mit »Orientierungszähnchen«)
Ein spezielles "Schlüssel-Schloß-Prinzip" beim Zuschnitt von Transplantat und Empfängerauge sorgt zudem für eine exakte Ausrichtung: Acht Zähnchen nach außen bei der Spenderhornhaut korrespondieren mit acht Kerben beim Patienten. Eine Besonderheit die als Erlanger "Orientierungszähnchen" bezeichnet wird. Das Verfahren ist weltweit einzigartig.
Bei über 2500 Patienten (Stand 07/2006) wurde diese Methode der "Nichtmechanischen Trepanation mit dem Excimerlaser" für die Kornea-Transplantation bereits mit Erfolg angewendet. Studien belegen die Sicherheit und die Wirksamkeit dieser Methode.
Daneben werden bei speziellen Erkrankungen der Hornhaut auch neue lamelläre Techniken der Hornhauttransplantation verwendet. Dies umfasst zum einen die tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (bei der ca. 95 % der Hornhaut transplantiert werden, während die hintere Hornhautbegrenzung erhalten bleibt) und die posteriore lamelläre Keratoplastik (bei der nur die Hornhautpumpzellen sowie deren Basalmembran übertragen werden).
